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Schutz-Aktion Teil 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Informationsverschlüsselung ist nicht nur ein sehr wichtiges Thema für Geheimdienste, Agenten und Detektive, sondern auch für den "normalen" Internet-Surfer, der per e-Mail Informationen austauscht. Insbesondere dann, wenn Mitteilungen sehr privater und persönlicher Natur sind oder sensible Geschäftsdaten enthalten, die Betrüger zum Mißbrauch einladen. Oder würden Sie etwa Intimes aus Ihrer Privatsphäre oder Kreditkarten-und PIN-Nummern, Passwörter und geschäftlich Vertrauliches auf einer für jeden frei lesbaren Postkarte versenden ? Wohl kaum. Eine unverschlüsselte e-Mail ist aber eine solche Postkarte ! Sie kann auf ihrem Übermittlungsweg auf sehr vielen Servern gelesen und ausgewertet werden. Damit dies nicht ge- schehen kann, sollten Sie das Standard-Programm für e-Mail- Verschlüsselung einsetzen: "Verfahren und Produkte zur Verschlüsselung, sowie Checklisten und Schutzstufenkonzept " vom LfD Niedersachsen. 10-seitiges Dokument. Am Ende dieses Artikels finden Sie dieses Programm und andere Zielscheibe von kriminellen Zugriffen sind natürlich Informationen, mit deren Hilfe geschützte Bereiche im Cyberspace geknackt und ausgeplündert werden können, damit man auf Ihren Kosten im Internet surfen bzw. einkaufen kann. Aber auch die in e-Mails enthaltenen e-Mail- oder Internet- Adressen sind Objekt der Begierde. Durch entsprechende Skripte können diese in unverschlüsselten e-Mails ausgelesen und in Datenbanken kopiert werden. Die so gewonnenen Daten werden an Adressenhändler, Marketingagenturen und Werbe- treibende verkauft. Eine Flut von unangeforderter Werbung in Form von Spam (siehe dort) und Postsendungen bringt dann ihre digitalen bzw. physischen Briefkästen zum Überquellen. Seien Sie besonders vorsichtig bei der Herausgabe personen- bezogener Daten, selbst im Fall einer garantierten Zusage einer vertraulichen Behandlung der Informationen und Zusicherung des Datenschutzes ! Obwohl es in vielen Erklärungen zum Datenschutz im Zu- sammenhang mit Bestellungen und Aufträgen in der Waren- und Dienstleistungswirtschaft heißt:
Aufträge, eventuell erforderlicher Rückfragen und möglicher Reklamationsabwicklungen. Die Firma XY gibt keine personen- bezogen Kundendaten an Dritte weiter. Ausgenommen hiervon sind Dienstleistungspartner, die zur Bestell- und Zahlungs- abwicklung die Übermittlung von Daten erfordern." bleibt ein nicht zu unterschätzendes Risiko bestehen, denn wer garantiert Ihnen, dass Ihre Kundendaten nur in verschlüsselten e-Mails übermittelt werden ? Hintergrund der Bedenken: Durch die immer stärkere Digitalisierung und Vernetzung von Informationen steigt auch das Sicherheitsrisiko des illegalen Anzapfens und Mißbrauchs von Daten. Im Zuge der sogenannten Verschlankung von Unternehmen werden immer mehr Abteilungen ausgelagert (Outsourcing). Die zur Abwicklung nötigen Mitarbeiter sitzen (oft als freiberufliche) Dienstleister dezentralisiert in ihren eigenen Büros und sind in Ihrer Arbeitsweise schwer kontrollierbar und selten weisungsgebunden. Teils aus Termindruck, teils aus mangendem Sicherheits- bewußtsein können sensible Kundendaten schnell unver- schlüsselt übermittelt werden. Auch der Zugang zu diesen Daten wird durch die aktuellen Arbeitsmarkt-Entwicklungen immer leichter: Denken Sie nur an die sich ausweitende Massenarbeitslosigkeit, der mit Zwangsbeschäftigung in Billiglohn-Jobs begegnet werden soll, die weder berufliche Perspektiven, noch soziale Ab- sicherungen bieten. Was das mit Datenschutz zu tun hat ? Sehr viel ! Denn: Die sogenannten "Job-Maschinen" befinden sich zunehmend im Dienstleistungssektor in den Sparten Verwaltung, Vertrieb und Verkauf. Hier ist der Einsatz von datenverarbeitenden Anlagen besonders stark. Konkretes Beispiel:
Vertriebs-Center Hier wird fast jeder untergebracht, der zuvor arbeitslos gewesen ist. Egal, ob qualifiziert oder nicht, Hauptsache, die Arbeitslosen- Statistik ist vorübergehend "bereinigt". Auch wer von Arbeits- losigkeit bedroht ist oder sich nebenbei etwas dazuverdienen möchte oder muß, findet hier schnell einen Job. Vor Computer- Terminals sitzend, werden potentielle Kunden akquiriert, betreut oder bedient, wenn diese Bestellungen per Telefon aufgeben wollen oder hilfesuchend Auskünfte brauchen. Was in diesen "Job-Maschinen" an personenbezogenen Kunden- daten aufgerufen, eingesehen, bearbeitet und neu generiert wird, ist in seinem gigantischen Ausmaß nahezu unvorstellbar. Ein Rechenbeispiel: Ein Tagelöhner am Daten-Terminal bearbeitet pro Stunde in "freiwilligem" Akkord (Bezahlung oft nur "leistungs"- bzw. "erfolgs"-orientiert) 30 Kundendatensätze. Nach 8 Arbeitsstunden sind 240 personenbezogene Datensätze eingesehen oder bearbeitet worden. Bei 100.000 Billiglohn- Jobber dieser Art kommen wir dann bereits auf ganze 24 Millionen kontaktierter Kunden pro Tag ! Nun dürften Sie sich schon eher vorstellen können, wie viele unverschlüsselte e-Mails - nur alleine in diesem beschriebenen Fall- zur Bearbeitung der Vorgänge an mehrere Adressen in- und extern versendet und überall mitgelesen und mißbraucht werden können. Alleine schon die tagtäglichen Datenbewegungen zwischen den Stellen, die an der Auftrags-, Service-, Reklamations- und Zahlungsabwicklung beteiligt sind, bieten Angriffspunkte für Hacker und Computer- und Internet-Wirtschaftskriminelle. Zurück zu den Billiglohn-Jobbern in den "Job-Maschinen". Die Einarbeitung im Umgang mit edv-technischen Einrichtungen wird nur soweit betrieben, wie es nötig ist, der gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Mit anderen Worten: Es wird nur eine schlichte Bedienungsanleitung vermittelt für das jeweilge kundenspezifische Informationssystem. Welche Tasten sind für welche Funktionen zu betätigen. Mit Kompetenzerweiterung, Qualifizierung und Berufschancen- Verbesserung hat dies nichts zu tun. Da Hintergründe und Zusammenhänge nicht erklärt werden und nur der schnelle Umsatz per Direkt-Marketing am Telefon im Vordergrund stehen, sind auch unsachgemäße Bedienungen und (unbewußte) sicherheitsbedenkliche Datentransfer-Aktionen nicht aus- zuschliessen. Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Personal-Fluktuation in solchen "Job-Maschinen", in denen nur stunden,- wochen- oder monatsweise gearbeitet wird und Arbeitsplatz-Rotationen zur Regel gehören, ist logischerweise ein verantwortungs- bewußtes Pflegen und Schützen Ihrer persönlichen Kundendaten kaum zu erwarten. Ein weiterer Aspekt der Datenschutz-Gefährdung ist die Propagierung der Selbständigkeit für Erwerbslose. Die Brisanz liegt hierbei im erzwungenen Vereinen zweier Gegensätze: Zum einen hat der Erwerbsuchende kaum noch eine Chance auf einen festen und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz und ist daher auf selbständiges Gewerbetreiben angewiesen. Zum anderen ist er aber in Ermangelung finanzieller Mittel, geschäftlicher Kontakte und kaufmännischen Wissens kaum oder nicht in der Lage, seinen Lebensunterhalt dadurch zu bestreiten. Will er sich trotzdem erfolgreich behaupten, sieht er sich immer öfter zur Anwendung unlauterer Geschäftspraktiken genötigt. Wie Bettler sich früher ihr täglich Brot erstehlen mußten, ist heute der von Arbeitslosigkeit bedrohte "Arbeitskraft- Unternehmer" immer häufiger der Versuchung ausgeliefert, sich durch illegale Geschäftsinformations-Beschaffung und Kundendaten-Diebstahl Vorteile im freien Wettbewerb zu verschaffen. Call-Center und ähnliche "Job-Maschinen"-Einrichtungen, wo Kundendaten der Geschäftsgegenstand sind und Listen von er- stellten Datensätzen wie Wertpapiere an der Börse gehandelt werden, sind daher die ersten Adressen der Verführung zum Mißbrauch von Daten. Sie erkennen nun, dass die Zusicherung des Datenschutzes im Wirtschaftsleben eine gutgemeinte und löbliche Absichts- erklärung ist, aber leider keine Garantie auf Einhaltung sein kann. Die Gründe im Überblick:
- mangelnde Sicherheitsmaßnahmen zur Abwendung des Datenmißbrauchs - Auslagerung der Datenverarbeitung an schwer kontrollierbare Externe - interne Arbeitsteilung und Dezentralisierung erschweren Überwachung - Gefährdung durch unqualifiziertes und fluktuierendes Personal - illegale Datenbeschaffung als Überlebensstrategie von "Selbständigen"
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