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Spezial: Webdesign, Teil 2 a
Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten
Lesen Sie dazu bitte auch die Postings zu:
"Kritisch nachgefragt: Aktuelle Berufsbilder & Arbeitsbedingungen" im neuen MLG-Forum. Hier klicken.
Im Folgenden zeige ich Ihnen, wie Sie zu Aufträgen
kommen, was Sie bei Projekt-Planungen und Auftrags-
abwicklung wissen sollten und was Sie als Leistungs-
vergütung (Honorar) erwarten dürfen.

Selbständigkeit oder Festanstellung ? |
Nachdem Sie sich zum Webdesigner qualifiziert haben
-was Sie dazu an Wissen brauchen, sagt Ihnen die
vorige Seite- steht Ihnen die Entscheidung bevor,
ob Sie sich selbständig machen wollen oder ob Sie einer
geregelten Angestelltentätigkeit nachgehen möchten.
Vorteile der Selbständigkeit:
a) Sie sind Ihr eigner Chef und arbeiten
eigenverantwortlich.
b) Sie wählen nur die Produktionsmittel und
Methoden, die Sie am besten beherrschen.
c) Sie gestalten Ihr Zeitmanagement flexibel
und passen es Ihrem Arbeitstempo an.
d) Sie arbeiten besonders motiviert, weil es
sich in jeder Beziehung auszahlen kann.
Vorteile einer Anstellung:
a) Sie brauchen sich nicht um Auftragsbeschaffung
kümmern und können sich ganz auf Ihre Arbeit
konzentrieren.
b) Sie lernen auch andere Produktionsmittel und
Methoden kennen, die Ihr Qualifikationsprofil
erweitern und Berufschancen verbessern.
c) Sie werden durch Menge und Qualität der Arbeit
schneller professionalisiert und erfahren.
d) Sie haben ein sicheres und geregeltes
Einkommen und zugleich weniger Ausgaben.
Wenn Sie sich für eine Festanstellung entschieden
haben, stellt sich die Frage nach der Beschaffung
von Aufträgen nicht mehr - vorausgesetzt, Sie finden
einen Arbeitgeber, der Sie einstellen möchte.
Nach welchen Strategien und wie Sie sich am besten
bewerben und vorstellen, erfahren Sie in der Rubrik
"Karriere-Planung".
Wenn Sie sich für die Selbständigkeit entschieden
haben, müssen Sie sich selbst um die Beschaffung
von Aufträgen kümmern. Das setzt viel eigenes
Engagement in der strategischen Kundengewinnung
und viel Kompetenz im Umgang mit Menschen
voraus.
Sie müssen sich und Ihre Leistung selbstsicher
und überzeugend verkaufen können, denn Sie
haben sehr viele Mitbewerber, die potentielle
Kunden mit Angeboten überfluten.
Das werden Sie auch von vielen anvisierten
Auftraggebern zu hören bekommen, die Ihnen
damit sagen möchten, dass Sie bitte nur
a) besonders geringpreisige bzw. kostenlose
b) besonders anspruchsvolle und gewinnbringende
Homepages und Web-Leistungen bieten mögen.
Leider mehrt sich auch die Zahl derer, die eine
Kombination beider Möglichkeiten einfordern und
dabei die sinkenden Produktionskosten und die
steigende Zahl an Website-Erstellern ausnutzen.
Das erfordert von Ihnen neben Investitionen für
die Kundenaquise zusätzliche Arbeit zur Selektion
geeigneter und seriöser Auftraggeber. Auf diese
Auswahl-Techniken werde ich noch eingehen.
Doch zunächst einmal:

Wie kommen Sie an Aufträge ? |
1.) Aktives Telefonmarketing:
Sie sammeln Adressen und Verzeichnisse von
Firmen, die aufgrund ihres Geschäftsgegen-
standes starkes Interesse an kundenorien-
tiertem Informations- und Dienstleistungs-
service haben.
Dann rufen Sie die Firmen an und nehmen
Kontakt auf zum Entscheidungsträger in Sachen
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.
Bieten Sie ein Informationsgespräch an, sobald
ein grundsätzliches Interesse an einer Internet-
Präsentation signalisiert wird.
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Bewertung:
Diese Methode wird mittlerweile von sehr vielen
professionellen Kundenkontaktern praktiziert.
Die Akquisiteure werden von Web-& Werbe-
agenturen und Media-Unternehmen ausschließ-
lich für das Herstellen, Verwalten und Verfolgen
von Geschäftsanbahnungen eingestellt bzw. gebucht.
Je größer und bekannter das Unternehmen,
das Sie als Kunden gewinnen möchten, desto
stärker wird es mit vergleichbaren Offerten
"bombadiert" und hat entsprechende Filter-
mechanismen eingerichtet, die Ihnen den
Zugang zum Entscheidungsträger erschweren
oder blockieren.
Mein Tipp:
Kontakten Sie nur potentielle Kunden, zu
denen Sie entweder ein persönliches oder
geschäftliches Verhältnis haben oder denen
Sie mit sehr branchen- bzw. firmenspezi-
fischen Business-Lösungen nutzen können.
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2.) Private Networking:
Dieses private Netzwerken bedeutet, dass
Sie alle Ihnen bekannten Personen auf Ihren
neuen Beruf aufmerksam machen und bitten,
Informationen zu sammeln und an Sie weiterzu-
leiten, die Ihnen ein frühzeitiges Erkennen
eines Bedarfes Ihrer Leistungen ermöglichen.
Mit diesem Informationsvorsprung erreichen
Sie, dass Sie mit der richtigen Idee zur
richtigen Zeit am richtigen Ort beim richtigen
Entscheider sind.
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Bewertung:
Diese Methode hat sich als sehr effektiv
erwiesen. Ein Großteil der Aufträge und
Arbeitsplätze wird durch Nutzung persönlicher
Beziehungen unter der Hand vergeben.
Das bedeutet, das es mehr Arbeit gibt, als
offiziell ausgeschrieben bzw. per Stellen-
anzeige angeboten wird. Das ganze Potenzial
dieses verdeckten Arbeitsmarktes erschließt
sich nur mit strategischer und systematischer
Beschaffung und Auswertung von Informationen.
Mein Tipp:
Konzentrieren Sie sich beim Aufbau Ihres
Informanten-Netzwerkes nur auf wirklich
berufsrelevante Multiplikatoren.
Das sind Angestellte, die in Firmen mit
großem Kundenkreis arbeiten (z.B. Agenturen
und Medien-Unternehmen) oder Selbständige
(z.B. Unternehmensberater oder Vermittler
von Immobilien bzw. Finanzdienstleistungen)
mit eigenem Kundenkreis, die Ihr Wissen über
Webdesign-Nachfragen an Sie weitergeben
(gegen Provision bei Auftragserteilung).
Auch Privatpersonen, die viele gesellschaft-
liche Kontakte pflegen, können Sie auf die
richtige Fährte bringen.
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3.) Aktive Optimierungs-Offerten:
Sie suchen verbesserungswürdige und aus-
baufähige Internet-Präsenzen von Firmen
Ihrer Region.
Fündig geworden, erkundigen Sie sich darauf-
hin telefonisch nach dem Entscheidungsträger
und bitten diesen um Erlaubnis, ihm ein werbe-
wirksameres und kundenorientierteres Konzept
vorstellen zu dürfen.
Bei Interesse vereinbaren Sie einen Termin
und präsentieren dann Ihren Alternativ-
Vorschlag per Powerpoint oder gleich in
HTML-Version.
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Bewertung:
Diese Methode erfordert sehr viel Finger-
spitzengefühl bei der Vermittlung von Be-
urteilungen der zu optimierenden Website.
Mit Einfühlungsvermögen und Verhandlungs-
geschick bestehen aber realistische Chancen,
zumindest Teile der Website korrigieren bzw.
neu arrangieren zu dürfen.
Hat der Auftraggeber die Vorteile der Opti-
mierung durch positive Rückmeldungen seiner
Kunden erkannt, wird er eine Ausweitung Ihrer
Tätigkeiten in Betracht ziehen.
Mein Tipp:
Gehen Sie nicht davon aus, dass konzeptionell
verfehlte Websites mit ästhetisch wie auch
strukturtechnisch misslungener Gestaltung
vom Betreiber auch als solche erkannt werden
und bei diesem automatisch den Drang nach
Verbessserung auslösen.
Vielmehr müssen Sie mit Widerständen rechnen,
da derartige Website-Betreiber überzeugt sind
von der Beliebtheit und Akzeptanz ihres Online-
Auftritts und mangels fachlichen Wissens und
praktischer Erfahrung nicht die geschäfts-
schädigenden Folgen einer unprofessionellen
Internet-Präsenz vorhersehen können.
Daher gilt:
Überprüfen Sie vorsichtig die Selbstein-
schätzung des Kunden bezüglich seiner
Homepage und testen Sie dessen Einsichts-
fähigkeit.
Sollte er von der absoluten Unnötigkeit
einer Verbessserung überzeugt sein, so
lassen Sie ihm seinen Glauben und suchen
neue Auftraggeber.
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4.) Bewerbung als Freelancer:
Als Freelancer sind Sie ein auf Abruf bereit-
stehender Freiberufler, der in einem Unter-
nehmen (meist einer Agentur) in einer
Personal-Kartei registriert ist und nur im
Bedarfsfall gebucht wird, um in einem sich
immer wieder neu formierendem Team aus
Angestellten und anderen Freiberuflern
befristet und projektbezogen an einem
aktuellen Auftrag mitzuarbeiten.
Für diese Registrierung müssen Sie sich
bewerben und dem Unternehmen ein über-
zeugendes Leistungs-Profil mit Arbeits-
proben präsentieren.
Hat man Sie dann der Aufnahme in den
Freelancer-Pool für würdig befunden, werden
die "Art-Buyer"bzw. "Booker" auf Sie zurück-
kommen, wenn für ein Projekt eine ganz spezi-
elle Qualifikation oder Leistung nötig ist,
die nur Sie erbringen können.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass
Sie für nur durchschnittliche Web-Arbeiten
gebucht werden, wenn Auftragsspitzen bei
Personalmangel abzutragen sind.
Die Arbeitskonditionen und Vergütungs-
regelung handeln Sie mit dem Unternehmen
aus und stellen diesem nach Auftrags-
erledigung eine Rechnung aus.
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Bewertung:
Diese Methode kann Ihnen eine gute Auf-
tragslage sichern, wenn Sie dem meist
umfangreichen und anspruchsvollen Leistungs-
Profil genügen.
Als Berufsanfänger ohne Erfahrung oder
Webdesigner ohne beeindruckende Arbeits-
proben(Ansprüche steigen ständig) werden
Sie leider kaum eine Chance bekommen.
Mein Tipp:
Sie spezialisieren sich auf bestimmte Fach-
bereiche(z.B. grafische Kreation: verblüffende
Fotomontagen und atemberaubende Anima-
tionen oder serverseitige Programmierung
mit Datenbankanbindung).
Sie heben sich auch gegen andere Bewerber
ab, indem Sie Ihre allgemeinen Webdesigner-
Fähigkeiten durch andere Fachbereiche
ergänzen(z.B. multimediales Crossover-
Publishing oder Projektmanagement).
Stellen Sie sich bei so vielen Unternehmen und
Agenturen wie möglich als Freelancer vor, um
die Möglichkeit eines Engagements zu erhöhen.
Haben Sie dann Ihre Fähigkeiten erstmal be-
weisen können, steigen Ihre Chancen merklich.
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5.) Referenz-Marketing:
Sie erstellen sich eine eigene Homepage,
die auch fachlich versierten Besuchern
Ihre Kompetenz als Webdesigner verdeutlicht.
Weisen Sie Ihre Leistungen prägnant aus
und markieren Sie Ihre Schwerpunkte.
Nutzen Sie jede Möglichkeit, auf Ihre Home-
page mit Internet-Adresse hinzuweisen:
a) auf allen Geschäftspapieren
(Visitenkarte, Briefbogen etc.)
b) auf allen Werbeträgern
(Flyer, CD-ROMs, Werbegeschenke etc.)
c) bei jeder Kommunikation über Web-
design (Gespräch / Chat / News-
groups / e-Mail)
d) per Eintrag in gewerbliche Verzeichnisse
(Gelbe Seiten, Kreativen-Nachschlage-
werke, Online-Datenbanken)
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Bewertung:
Diese Methode repräsentiert die passive
Eigenwerbung, da Sie keinen Einfluss auf die
Nutzung Ihrer Werbe-Information haben.
Denn: Ob und wie diese verwendet wird,
entzieht sich Ihrer Kontrolle und Steuerung.
Daher ist Referenz-Marketing nur im Verbund
mit aktiven Maßnahmen zur Kundengewinnung
sinnvoll.
Den Hinweis auf Ihre Homepage sollten nur
Personen erhalten, die Sie mit Namen,
Funktion und Adresse kennen, um Geschäfts-
kontakte per telefonischem und/oder schrift-
lichem Nachfassen reaktivieren zu können.
Das setzt voraus, dass Sie Kontakte syste-
matisch organisieren, verwalten und verfolgen.
Der Eintrag in gewerbliche Verzeichnisse
bleibt erfahrungsgemäß fast ohne Resonanz,
da der Webdesigner-Suchende seinen Bedarf
über bestehende und aktive Beziehungen deckt.
Mein Tipp:
Knüpfen Sie daher viele Kontakte und pflegen
Sie diese, um im Bewußtsein Ihrer potentiellen
Kunden zu bleiben und um rechtzeitig beraten
und Angebote schreiben zu können, wenn es um
die Vergabe eines Auftrages geht.
Das beste Referenz-Marketing ist natürlich die
Mund-zu-Mund-Empfehlung, die jedoch schon
erfolgreich absolvierte Aufträge voraussetzt.
Wenn Sie bereits für Kunden Websites erstellt
und veröffentlicht haben, sollten Sie sich im
Impressum erwähnen und einen Link auf Ihre
eigene Homepage setzen oder zumindest einen
e-Mail-Link anbieten, damit Sie von noch
unbekannten Interessenten kontaktet werden können.
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