Multimedia-Ratgeber: Webdesign

 
Spezial: Webdesign, Teil 2 c


Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten





Themen-Übersicht:
Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten


Selbständigkeit oder Festanstellung ?
Wie kommen Sie an Aufträge ?
Schein-Kunden & Leistungspreller
Gehören Sie zum Opfer-Kreis ?
Ihre Kontaktaufnahme-Situationen
Die Maschen dubioser Auftraggeber
Woran erkennen Sie unseriöse Kunden ?
Was gehört zum fairen Auftrag ?
Die Praxis-Hürden zum Auftrag
Auftrag gesichert - was nun ?
Welche speziellen Fachbereiche sind gefragt ?
Verdienst: scheinbar und faktisch
Gehälter für angestellte Webdesigner
Honorare für selbständige Webdesigner
Website-Kostenkalkulation
Bewertung, Trends & Aussichten

Webdesigner: Berufsgeschichtliche Entwicklung
Vom Webdesign zur New Economy
Der Ausbildungsmarkt für Webdesign
Trends der Webdesign-Entwicklung
Investitionen, Aufwendungen & Hürden
Tipps zur beruflichen Zukunftsgestaltung





Woran erkennen Sie unseriöse Kunden ?



1.) Unseriöse Kunden vermeiden rechtsverbindliche
Begriffe im Geschäftsanbahnungsgespräch
(z.B. "Vertrag", "Auftrag", "Versprechen")

2.) Unseriöse Kunden animieren zum Erbringen
von freiwilligen Vorleistungen für ihr Unternehmen
(z.B. durch Schmeicheln und durch Herabspielen
des tatsächlich zu erbringenden Arbeitsaufwandes)

3.) Unseriöse Kunden weigern sich, auch ihrerseits
Pflichten einzugehen, die für das Gelingen des Web-
Projektes nötig sind.

4.) Unseriöse Kunden lassen durchblicken, dass es
potentielle oder tatsächliche Mitarbeiter am geplanten
Projekt gibt, die aber von ihnen nicht benannt werden
und die auch nie mit Ihnen zusammenarbeiten dürfen.

5.) Unseriöse Kunden betreiben eine Verschleierungs-
politik um projektrelevante Informationen.
Diese Kunden binden Sie nicht in entsprechende
Entscheidungsfindungsprozesse mit ein und verhindern
informationsgewinnende Gespräche mit anderen
Mitarbeitern als mit den/die für Sie vorgesehenen.

6.) Unseriöse Kunden machen eine Vergütung Ihrer
Leistungen von künftig sich daraus ergebenden
Umsätzen und Geschäftserfolgen abhängig, die für
Sie aber nicht nachprüfbar sind, weil Sie zum einen
keine Berechtigung zur Einsichtnahme in die
Geschäftsbuchhaltung bekommen und zum anderen
der Erfolg nicht allein von Ihrer Leistung abhängig ist.



Nachdem Sie überprüft haben, ob obige Indizien zutreffen
und ob Sie Gefahr laufen, in eine der Maschen verwickelt
zu werden, können Sie die Selektion nach Schein-Kunden
bzw. Leistungsprellern und ehrlichen Auftraggebern
vornehmen.


zu weiterführenden ThemenLesen Sie dazu bitte auch die Postings zu:
"Arbeitsverhältnisse:
  ausnutzende oder dubiose Fälle"

im neuen MLG-Forum. Hier klicken
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zu weiterführenden ThemenLesen Sie dazu bitte auch die Postings zu:
"Arbeitsvergütung:
  trotz Arbeit existenzgefährdet..."

im neuen MLG-Forum. Hier klicken
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Was gehört zum fairen Auftrag ?



Ein seriöser Auftraggeber wird stets bemüht sein, Sie bei
der Verwirklichung des Internet-Projektes zu unterstützen,
denn die Präsenz eines Unternehmens oder einer Institution
erfordert die Einbeziehung aller Mitarbeiter aus

Geschäftsleitung,
Marketing & Öffentlichkeitsarbeit (PR)
und Kundenservice.

Im Kundengespräch sollten ausführliche Informationen
über Auftraggeber und Auftragnehmer ausgetauscht
werden. Hier entscheidet sich, ob sich alle Bedingungen
für eine effektive Zusammenarbeit erfüllen lassen.

Ob es um die Erstellung einer neuen Website geht
oder um die Veränderung (z.B. Korrekturen, Seiten-
optimierung, Erweiterungen des Informations- und
Funktionsumfanges etc.) einer bestehenden Web-
Präsenz, immer sollten Sie danach fragen, ob und
welche Mitarbeiter am Projekt beteiligt sind, um sich
mit diesen rechtzeitig abzustimmen und um so eine
koordinierte Teamarbeit zu sichern.

All diese Informationen sind wichtig für die Erstellung
eines Lasten- und Pflichtenheftes, das die zu erbring-
enden Leistungen auf beiden Seiten regelt.

An der Bereitschaft, ein solches Lasten- und Pflichtenheft
gemeinsam zu erstellen, zeigt sich die Ernsthaftigkeit und
die Professionalität von Auftraggeber und Auftragnehmer.

Doch was beinhaltet ein derartiges Regelwerk genau ?

Der qualifizierte Auftraggeber weiß, worauf es bei der
Realisierung der Internet-Präsenz ankommt. Er kennt die
wirtschaftlichen und organisatorischen Zusammenhänge
seines Unternehmens/seiner Institution, kennt die Ziel-
gruppen und deren Verhalten.

Daraufhin formuliert er seine Aufgaben und Ziele,
Wünsche und Erwartungen in einem Lastenheft,
das für den Auftragnehmer die Grundlage für das
Pflichtenheft bildet.

Das Pflichtenheft wiederum ist eine Beschreibung
der Lösungsvorschläge und des Web-Konzeptes
des Auftragnehmers und stellt alle dazu nötigen
Leistungen, Arbeitsweisen und damit verbundenen
Kosten dar.

Gelingt es Ihnen als Webdesigner, den Kunden von
Ihrem Konzept und Ihrer Leistungsfähigkeit zu über-
zeugen, können Sie zur Angebotserstellung übergehen.
Darauf aufbauend, besprechen Sie mit ihm die weiteren
Modalitäten für einen Geschäftsabschluß.

Sind Sie sich dann einig geworden, wird Ihnen der
Kunde eine schriftliche Auftragserteilung zusenden,
die auf das Lasten- und Pflichtenheft basiert und
die gemeinsam festgelegten Konditionen des Ange-
botes beinhaltet. Nach Erhalt senden Sie dem Kunden
eine Auftragsbestätigung.

Eine weitere Möglichkeit, nach erfolgreicher Präsentation
und zugesagtem Auftrag Ihre Ansprüche rechtlich zu
sichern, ist das Aufsetzen und beiderseitige Unterzeichnen
eines Webdesign-Werkvertrages.

In beiden Fällen wird eine Vertauensbasis geschaffen,
die eine faire Zusammenarbeit in der Auftragsabwicklung
gewährleistet:

der Auftragnehmer
ist vor Leistungsmißbrauch und
Zahlungsverweigerung geschützt und

der Auftraggeber
kann mit einem festen Zeit- und Kostenplan
kalkulieren und vereinbarte Leistungen
erwarten.


Die Sicherheit beider Parteien liegt natürlich
in der rechtlichen Einklagbarkeit begründet.

Ohne den Rechtsschutz einer schriftlichen Auftrags-
erteilung bzw. eines unterzeichneten Werkvertrages
sollten Sie daher keinen Auftrag entgegennehmen.


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Die Praxis-Hürden zum Auftrag



Dieser beschriebene Weg zum Auftrag stellt eine
ideale Form des Geschäftsabschlusses dar.

Leider werden Sie feststellen müssen, dass das Arbeiten
mit Lasten- und Pflichtenheften in der Praxis weitest-
gehend nicht gebräuchlich ist. Nur große Unternehmen
oder nur solche, die regelmäßig Projekte abzuwickeln
haben, nutzen diese bewährte Form der betrieblichen
Qualitätssicherung.

Wenn die Kunden schon keine Lastenhefte erstellen
möchten, so sollten Sie dem diesbezüglich ungeübten
Auftraggeber in spe die Arbeit abnehmen und vorge-
fertigte Formulare zum Ausfüllen anbieten.

Um auch sich selbst die Angebotserstellung und Planung
des Projektes zu erleichtern, empfiehlt es sich, ebenso
vorgefertigte Formulare für Pflichtenhefte und Checklisten
für Strategien und Konzepte bei jedem Treffen oder Tele-
fonat mit dem Kunden bereitzuhalten.

In der Regel müssen Sie davon ausgehen, dass die
meisten Entscheidungsträger keine Zeit für diese
wichtigen Erörterungs- und Planungsgespräche haben.
Je kleiner der Betrieb oder die Organisation, desto
geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass speziell
für Internet-Projekte beauftragte Ansprechpartner
oder gar Abteilungen vorhanden sind.

Daher betreuen Ihre Verhandlungspartner das Web-
Projekt oft nur nebenher und sind stark in das laufende
Tagesgeschäft eingebunden, was Ihnen einen ausführ-
lichen und ungestörten Dialog selten ermöglicht.

Wenn Sie dann noch einem derart unzureichend
organisierten Auftraggeber wie ein Kriminal-Kommissar
auf den Fersen bleiben müssen, nur um ihm unverzichtbare
Projekt-Informationen abzuringen und dieser noch nicht
einmal bereit ist, Formulare auszufüllen, dann ist das
eine sehr schlechte Voraussetzung für eine effiziente
Zusammmenarbeit.

Haben Sie sich aber trotz widriger Umstände auf alles
Wesentliche einigen können und bitten den Kunden um
eine rechtlich verbindliche Beauftragung, kommt es leider
zu oft vor, dass er sich mit der Begründung weigert, dass
so etwas unüblich und ein Zeichen Ihres Misstrauens sei.

In diesem Zusammenhang weisen Kunden gerne auf
Ihre webdesignenden Konkurrenten, die auf alle solche
"Schikanen" verzichten würden, um an den so heiß
begehrten Auftrag zu kommnen.

Spätestens jetzt sollten Sie Konsequenz zeigen
und auf eine weitere Zusammenarbeit verzichten.



Zusammengefasst können Sie sich merken:

Erleichtern Sie Ihrem Kunden die Kooperation bereits
vor der Auftragserteilung. Sie beweisen damit Einsatz-
bereitschaft und kunden-orientiertes Handeln.

Durch vorbereitete und formularmäßig auszufüllende
Lasten- und Pflichtenhefte zeigen Sie Professionalität,
überwinden mangelnde Betriebsstrukturen zur Projekt-
abwicklung und schaffen Vertrauen.

Nach überzeugender Präsentation bestehen Sie auf eine
rechtsverbindliche Auftragserteilung in Schriftform
bzw. auf einen unterzeichneten Werkvertrag, was seriöse
Kunden selbstverständlich akzeptieren.

Unseriöse Kunden werden mit Unverständnis reagieren,
Ihre Arbeit durch Passivität behindern und versuchen,
Sie gegen Amateure und Billig-Anbieter auszuspielen.

Lassen Sie sich nicht auf Kunden ein, die den
Arbeitsmarkt systematisch durch Lohn-
dumping, Schwarzarbeit und Nötigung verderben.

Ein solches Verhalten darf keine Schule machen !







Schreiben Sie mir.