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Multimedia-Ratgeber: Webdesign | ||||
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Spezial: Webdesign, Teil 2 c
Nachdem Sie überprüft haben, ob obige Indizien zutreffen und ob Sie Gefahr laufen, in eine der Maschen verwickelt zu werden, können Sie die Selektion nach Schein-Kunden bzw. Leistungsprellern und ehrlichen Auftraggebern vornehmen. "Arbeitsverhältnisse: ausnutzende oder dubiose Fälle" im neuen MLG-Forum. Hier klicken. "Arbeitsvergütung: trotz Arbeit existenzgefährdet..." im neuen MLG-Forum. Hier klicken.
Ein seriöser Auftraggeber wird stets bemüht sein, Sie bei der Verwirklichung des Internet-Projektes zu unterstützen, denn die Präsenz eines Unternehmens oder einer Institution erfordert die Einbeziehung aller Mitarbeiter aus Geschäftsleitung, Marketing & Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Kundenservice. Im Kundengespräch sollten ausführliche Informationen über Auftraggeber und Auftragnehmer ausgetauscht werden. Hier entscheidet sich, ob sich alle Bedingungen für eine effektive Zusammenarbeit erfüllen lassen. Ob es um die Erstellung einer neuen Website geht oder um die Veränderung (z.B. Korrekturen, Seiten- optimierung, Erweiterungen des Informations- und Funktionsumfanges etc.) einer bestehenden Web- Präsenz, immer sollten Sie danach fragen, ob und welche Mitarbeiter am Projekt beteiligt sind, um sich mit diesen rechtzeitig abzustimmen und um so eine koordinierte Teamarbeit zu sichern. All diese Informationen sind wichtig für die Erstellung eines Lasten- und Pflichtenheftes, das die zu erbring- enden Leistungen auf beiden Seiten regelt. An der Bereitschaft, ein solches Lasten- und Pflichtenheft gemeinsam zu erstellen, zeigt sich die Ernsthaftigkeit und die Professionalität von Auftraggeber und Auftragnehmer. Doch was beinhaltet ein derartiges Regelwerk genau ? Der qualifizierte Auftraggeber weiß, worauf es bei der Realisierung der Internet-Präsenz ankommt. Er kennt die wirtschaftlichen und organisatorischen Zusammenhänge seines Unternehmens/seiner Institution, kennt die Ziel- gruppen und deren Verhalten. Daraufhin formuliert er seine Aufgaben und Ziele, Wünsche und Erwartungen in einem Lastenheft, das für den Auftragnehmer die Grundlage für das Pflichtenheft bildet. Das Pflichtenheft wiederum ist eine Beschreibung der Lösungsvorschläge und des Web-Konzeptes des Auftragnehmers und stellt alle dazu nötigen Leistungen, Arbeitsweisen und damit verbundenen Kosten dar. Gelingt es Ihnen als Webdesigner, den Kunden von Ihrem Konzept und Ihrer Leistungsfähigkeit zu über- zeugen, können Sie zur Angebotserstellung übergehen. Darauf aufbauend, besprechen Sie mit ihm die weiteren Modalitäten für einen Geschäftsabschluß. Sind Sie sich dann einig geworden, wird Ihnen der Kunde eine schriftliche Auftragserteilung zusenden, die auf das Lasten- und Pflichtenheft basiert und die gemeinsam festgelegten Konditionen des Ange- botes beinhaltet. Nach Erhalt senden Sie dem Kunden eine Auftragsbestätigung. Eine weitere Möglichkeit, nach erfolgreicher Präsentation und zugesagtem Auftrag Ihre Ansprüche rechtlich zu sichern, ist das Aufsetzen und beiderseitige Unterzeichnen eines Webdesign-Werkvertrages. In beiden Fällen wird eine Vertauensbasis geschaffen, die eine faire Zusammenarbeit in der Auftragsabwicklung gewährleistet: Die Sicherheit beider Parteien liegt natürlich in der rechtlichen Einklagbarkeit begründet. Ohne den Rechtsschutz einer schriftlichen Auftrags- erteilung bzw. eines unterzeichneten Werkvertrages sollten Sie daher keinen Auftrag entgegennehmen.
Dieser beschriebene Weg zum Auftrag stellt eine ideale Form des Geschäftsabschlusses dar. Leider werden Sie feststellen müssen, dass das Arbeiten mit Lasten- und Pflichtenheften in der Praxis weitest- gehend nicht gebräuchlich ist. Nur große Unternehmen oder nur solche, die regelmäßig Projekte abzuwickeln haben, nutzen diese bewährte Form der betrieblichen Qualitätssicherung. Wenn die Kunden schon keine Lastenhefte erstellen möchten, so sollten Sie dem diesbezüglich ungeübten Auftraggeber in spe die Arbeit abnehmen und vorge- fertigte Formulare zum Ausfüllen anbieten. Um auch sich selbst die Angebotserstellung und Planung des Projektes zu erleichtern, empfiehlt es sich, ebenso vorgefertigte Formulare für Pflichtenhefte und Checklisten für Strategien und Konzepte bei jedem Treffen oder Tele- fonat mit dem Kunden bereitzuhalten. In der Regel müssen Sie davon ausgehen, dass die meisten Entscheidungsträger keine Zeit für diese wichtigen Erörterungs- und Planungsgespräche haben. Je kleiner der Betrieb oder die Organisation, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass speziell für Internet-Projekte beauftragte Ansprechpartner oder gar Abteilungen vorhanden sind. Daher betreuen Ihre Verhandlungspartner das Web- Projekt oft nur nebenher und sind stark in das laufende Tagesgeschäft eingebunden, was Ihnen einen ausführ- lichen und ungestörten Dialog selten ermöglicht. Wenn Sie dann noch einem derart unzureichend organisierten Auftraggeber wie ein Kriminal-Kommissar auf den Fersen bleiben müssen, nur um ihm unverzichtbare Projekt-Informationen abzuringen und dieser noch nicht einmal bereit ist, Formulare auszufüllen, dann ist das eine sehr schlechte Voraussetzung für eine effiziente Zusammmenarbeit. Haben Sie sich aber trotz widriger Umstände auf alles Wesentliche einigen können und bitten den Kunden um eine rechtlich verbindliche Beauftragung, kommt es leider zu oft vor, dass er sich mit der Begründung weigert, dass so etwas unüblich und ein Zeichen Ihres Misstrauens sei. In diesem Zusammenhang weisen Kunden gerne auf Ihre webdesignenden Konkurrenten, die auf alle solche "Schikanen" verzichten würden, um an den so heiß begehrten Auftrag zu kommnen. Spätestens jetzt sollten Sie Konsequenz zeigen und auf eine weitere Zusammenarbeit verzichten. Zusammengefasst können Sie sich merken: Erleichtern Sie Ihrem Kunden die Kooperation bereits vor der Auftragserteilung. Sie beweisen damit Einsatz- bereitschaft und kunden-orientiertes Handeln. Durch vorbereitete und formularmäßig auszufüllende Lasten- und Pflichtenhefte zeigen Sie Professionalität, überwinden mangelnde Betriebsstrukturen zur Projekt- abwicklung und schaffen Vertrauen. Nach überzeugender Präsentation bestehen Sie auf eine rechtsverbindliche Auftragserteilung in Schriftform bzw. auf einen unterzeichneten Werkvertrag, was seriöse Kunden selbstverständlich akzeptieren. Unseriöse Kunden werden mit Unverständnis reagieren, Ihre Arbeit durch Passivität behindern und versuchen, Sie gegen Amateure und Billig-Anbieter auszuspielen. Lassen Sie sich nicht auf Kunden ein, die den Arbeitsmarkt systematisch durch Lohn- dumping, Schwarzarbeit und Nötigung verderben. Ein solches Verhalten darf keine Schule machen ! |
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