Multimedia-Ratgeber: Webdesign

 
Spezial: Webdesign, Teil 2 d


Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten





Themen-Übersicht:
Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten


Selbständigkeit oder Festanstellung ?
Wie kommen Sie an Aufträge ?
Schein-Kunden & Leistungspreller
Gehören Sie zum Opfer-Kreis ?
Ihre Kontaktaufnahme-Situationen
Die Maschen dubioser Auftraggeber
Woran erkennen Sie unseriöse Kunden ?
Was gehört zum fairen Auftrag ?
Die Praxis-Hürden zum Auftrag
Auftrag gesichert - was nun ?
Welche speziellen Fachbereiche sind gefragt ?
Verdienst: scheinbar und faktisch
Gehälter für angestellte Webdesigner
Honorare für selbständige Webdesigner
Website-Kostenkalkulation
Bewertung, Trends & Aussichten

Webdesigner: Berufsgeschichtliche Entwicklung
Vom Webdesign zur New Economy
Der Ausbildungsmarkt für Webdesign
Trends der Webdesign-Entwicklung
Investitionen, Aufwendungen & Hürden
Tipps zur beruflichen Zukunftsgestaltung





Auftrag gesichert - was nun ?



Nachdem Sie den Auftrag rechtsverbindlich unter Dach
und Fach gebracht haben, beginnen Sie die Projekt-
abwicklung mit dem Einrichten einer Internet-Adresse
für die geplante Website, falls der Kunde noch keinen
Domainnamen dafür reserviert hat.

Zu dieser Adresse können Sie die Dateien der zu
erstellenden Homepage per FTP-Upload senden
und in regelmäßigen Zeitabständen aktualisieren,
was den Vorteil hat, dass der Auftraggeber den
aktuellen Entwicklungsstand seiner Website an
jedem PC mit Internet-Zugang mitverfolgen und
Ihnen Änderungswünsche rechtzeitig bekanntgeben
kann, ohne dafür jedesmal einen Präsentationstermin
mit Ihnen vereinbaren zu müssen.

Diese Form des Informationsaustausches zwischen
Kunde und Auftragnehmer hat sich als sehr zeit-
sparend und arbeitsökonomisch erwiesen.

Sollte der Kunde aber eine Offline-Präsentation
bevorzugen, so ist ein effizientes Entwickeln der
Website nur möglich, wenn er sich genügend Zeit
für eine detailierte Besprechung nimmt und Ihnen
genaue Richtlinien für den anschließenden begut-
achtungsfreien Zeitraum geben kann.

Unterteilen Sie das Web-Projekt in Entwicklungs-
phasen und erstellen dafür einen Zeitplan für sich
und Ihrem Kunden. Je genauer die Konzeption und
die Projekt-Planung ausfällt, desto eher können
Sie den vorgebenen Zeitrahmen einhalten.

Denn jeder ändernde Eingriff in die Grundstruktur
einer Website und jede spontane Erweiterung
inhaltlicher oder funktionaler Art zieht eine Kette
an Arbeitsschritten nach sich, die die Einhaltung
des Zeitrahmens stark gefährdet oder sogar un-
möglich macht.

Deshalb ist es dringend notwendig, den Kunden
vor der Auftragserteilung darauf hinzuweisen
und eine Klausel zu vereinbaren, die Sie von
der Haftung freispricht, wenn der Kunde durch
sein Verhalten eine planmäßige und zeitgerechte
Abwicklung des Projektes behindert.


Dies geschieht durch:

a) unvorhergesehene bzw. verspätet geäußerte
Änderungs- und Erweiterungswünsche

b) nicht rechtzeitig für Sie eingereichte
und dringend benötigte Arbeitsunterlagen

c) zu selten oder verspätet zustandegekommene
Besprechungstermine (durch schlechte Erreich-
barkeit des Verantwortlichen oder durch dessen
kurzfristige Verschiebungen bzw. Absagen von
Terminen)


Eine vertretbare Zeit-Planung hängt auch vom Umfang
der von Ihnen erwarteten Leistungen ab.
Wie Sie dem Berufsbild-Report entnommen haben, ist
das Repertoire eines Webdesigners sehr breit gefächert.

So liegt es in der Natur der Sache, dass Sie nicht
alle Disziplinen, die im Laufe eines Web-Projektes
zum Zuge kommen, gleich gut beherrschen können.

Nur oberflächlich Gelerntes oder selten Praktiziertes
erfordert eine zeitintensive Einarbeitung und Ausführung
bzw. sogar das Hinzuziehen von spezialisierten oder
erfahreneren Webdesignern.

Das wird gerade dann der Fall sein, wenn Sie als Einziger
einen Auftrag zur Realisierung eines Internet-Auftrittes
erhalten haben und mit Aufgaben konfrontiert werden, die
Sie unter Umständen überfordern können.

Stecken Sie daher gleich zu Beginn der Verhandlungen zur
Auftragserteilung Ihre Kompetenzen ab und weisen Sie den
Kunden darauf hin, bei welchen Aufgaben Sie versiertere
Kollegen zur Unterstützung brauchen.

Solche Vereinbarungen sind notwendig, um zu verhindern,
dass der Kunde vom Auftrag zurücktritt, Ihnen zugesagte
Vergütungen aberkennt oder gar Schadenersatzforderungen
an Sie stellt, wenn Sie die erwarteten Leistungen nicht
erbringen.

Daher gilt:

Halten Sie nach Ihrer Ausbildung zum Webdesigner
Ausschau nach Kollegen, die Ihnen mit gleichem,
spezialisiertem oder ergänzendem Wissen im Falle
eines anspruchsvoll zu realisierenden Projektes
als Mitarbeiter zur Verfügung stehen können.

Häufig stellt sich erst im Laufe einer Auftragsabwicklung
heraus, dass trotz sorgfältiger Planung Probleme auf-
treten, die alleine nur schwer oder kaum zu lösen sind.

Wenn Sie nun einen Kollegen aus Ihrem Kreativen-
Pool auswählen, sollten Sie schon vorher Vergütungs-
regelungen für einen Einsatz getroffen haben.

Wichtig ist dabei die unbedingte Einhaltung Ihrer
Zusagen an den Kunden, was bedeutet, dass sich der
Endpreis Ihres Leistungsangebotes durch das Hinzu-
ziehen einer helfenden Fachkraft nicht erhöhen darf.

Daraus folgt:

a) Sie sind bereit, einen Teil Ihres Honorares an
den aushelfenden Kollegen zu geben oder

b) dieser ist bereit, die erforderliche Leistung
honorarfrei zu erbringen unter der Bedingung, dass
Sie ihm auch honorarfrei aushelfen, wenn dieser
während der ihm zugedachten Aufträge Ihrer Unter-
stützung bedarf.

Letzteres setzt allerdings ein gutes Vertrauens-
verhältnis, eine gute allgemeine Auftragslage
aller Kollegen und besondere Kenntnisse Ihrerseits
voraus.

Schon diese Situation macht es wieder einmal
deutlich, wie nötig es ist, neben dem Standardwissen
in Sachen Webdesign noch spezielle Fachbereiche
hinzuzulernen.


zur Themen-Auswahl





Welche speziellen Fachbereiche sind gefragt ?



Das sind all die Fachbereiche, die in der Ausbildung
zum Webdesigner nur kurz angerissen oder oberflächlich
behandelt werden, weil schon die Vermittlung des
professionellen Basiswissens sehr viel Zeit beansprucht.

Zum anderen sind es Fachbereiche, die nicht zum
Berufsbild des Webdesigners zählen, aber dennoch vom
Arbeitsmarkt erwartet werden, wenn ein Webdesigner
noch zusätzlich einige Fachkräfte aus Marketing,
Werbung und Informatik ersetzen soll oder muß.

Im ersten Fall handelt es sich um Kenntnisse,
die nicht zu den sogenannten "Essentials" oder
"Basics" gehören. Dazu zählen Kenntnisse


    in CGI- und Perl-Programmierung
    zur Erstellung interaktiver Websites

    in serverseitiger Programmierung von
    ASP (Active Server Pages) und PHP 3/4.

    im Erstellen datenbankgestützter
    Formulare mit SQL-Programmierung

    im Erstellen von elektronischen
    Shop-Lösungen für den Online-Handel
    und dem Ermöglichen einer interaktiven
    Seitenwartung durch den Website-Betreiber

    über Sicherheitskonzepte beim Übermitteln
    streng vertraulicher Daten und von Transaktionen
    beim Online-Handel, sowie über rechtliche
    Bestimmungen im Online-Gewerbe

Dieses Wissen ist Voraussetzung für einen Bereich,
der immer stärker von der Wirtschaft forciert wird:

"e-Commerce" oder "elektronischer Online-Handel".

Eng damit verbunden sind alle Maßnahmen, die
diesen internetbasierten Handel fördernd unter-
stützen und im Begriff

"Online-Marketing" zusammengefasst werden.


Hierzu müssen Sie wissen,

    welche Schlüsselworte und Werte den Meta-Tags
    im Kopfteil einer jeder HTML-Seite zugewiesen werden
    müssen, damit die Website auch von den unterschied-
    lichst arbeitenden Suchmaschinen schnell gefunden
    und an die vordersten Plätze der Liste gesetzt wird

    welche Produkte bzw. Dienstleistungen sich für
    den Online-Handel eignen

    welche Zielgruppen Sie erreichen wollen und
    wie demzufolge der redaktionelle Teil inhaltlich
    gestaltet und optisch präsentiert werden muß

    womit Sie die Aufmerksamkeit des Net-Surfers
    an sich ziehen, ihn zum Durchbrowsen Ihrer Web-
    site bringen und ihn zum Wiederbesuch animieren

    welche Werbemaßnahmen Sie einsetzen können,
    wie effektiv diese unter welchen Bedingungen sind
    und was Sie aus wettbewerbsrechtlicher Sicht
    beachten müssen.

    wie Sie die Website samt internetspezifischer
    Werbung in Ihr strategisches Marketing-Mix-Konzept
    integrieren und eine Kosten-Nutzen-Analyse zur
    Erfolgskontrolle durchführen.


Im zweiten Fall der speziellen Fachbereiche sind
Qualifikationen gefragt, die sich aus anderen Berufen
der Werbe- und Marketing-Branche ableiten.

Aus Grafik- und Kommunikationsdesign:

    visuelle Kommunikation durch bildnerische Gestaltung
    von Medien nach wahrnehmungs- und verkaufs-
    psychologischen und ästhetischen Kriterien

    Typografie und Layout in Anwendung auf Werbe-
    träger wie Geschäftspapiere, Werbe-Broschüren,
    Flyer, Prospekte, Magazine, Werbe-Anzeigen,
    Plakate etc.

    Digitale Produktionstechniken für multimediales
    DTP (Desk Top-Publishing).


Aus dem Beruf des Werbetexters:

    Fähigkeit zur Beschreibung von Produkten und
    Dienstleistungen in kurzer und prägnanter Form,
    die sich in ihrem Stil an Anlaß und Ziel/Zielgruppe
    orientiert und einen appellativen Charakter hat.

    Fähigkeit, komplexe und abstrakte Inhalte leicht
    verständlich und anschaulich darzustellen.

    Fähigkeit zur redaktionellen Aufbereitung und
    Strukturierung umfangreicher Texte unter lese-
    und verkaufspsychologischen Aspekten.


Aus dem Beruf eines Direkt-Marketer:

    Professionelle Kunden-Akquise auf effizientem
    Vertriebsweg und Geschäftsanbahnungs-Techniken

    Kunden- und zielorientiertes Verhalten
    Verkaufs-Rhetorik und Verhandlungsstrategien
    Moderations- und Präsentationstechniken


Aus dem Beruf eines Werbe-Produktionsleiters:

    Projekt- und Zeit-Management
    Medieneinsatz-Koordination
    Medien- und Anzeigenberatung
    Wissensorganisation


Aus dem Beruf des Werbekaufmanns:

    Ein- und Verkauf von kreativen und multimedial-
    gestützten Leistungen sowie deren Vermarktung.


Aus der Informatik:

    Kenntnisse in der Programmierung von Software
    in den gängigen Hochsprachen zur Verkoppelung
    von Online- und Offline-Warenwirtschaftssystemen.


Aus der Medienpädagogik:

    Didaktische Aufbereitung und Bewertung
    von Online- und Offline-Medien, die der Aus-
    und Weiterbildung dienen.







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