Multimedia-Ratgeber: Webdesign

 
Spezial: Webdesign, Teil 2 h


Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten





Themen-Übersicht:
Aufträge, Projekte, Honorierung,
Berufsbewertung und Aussichten


Selbständigkeit oder Festanstellung ?
Wie kommen Sie an Aufträge ?
Schein-Kunden & Leistungspreller
Gehören Sie zum Opfer-Kreis ?
Ihre Kontaktaufnahme-Situationen
Die Maschen dubioser Auftraggeber
Woran erkennen Sie unseriöse Kunden ?
Was gehört zum fairen Auftrag ?
Die Praxis-Hürden zum Auftrag
Auftrag gesichert - was nun ?
Welche speziellen Fachbereiche sind gefragt ?
Verdienst: scheinbar und faktisch
Gehälter für angestellte Webdesigner
Honorare für selbständige Webdesigner
Website-Kostenkalkulation
Bewertung, Trends & Aussichten

Webdesigner: Berufsgeschichtliche Entwicklung
Vom Webdesign zur New Economy
Der Ausbildungsmarkt für Webdesign
Trends der Webdesign-Entwicklung
Investitionen, Aufwendungen & Hürden
Tipps zur beruflichen Zukunftsgestaltung






Bewertung, Trends & Aussichten



Vom Webdesign zur New Economy

Lesezeit: 00 Minuten


Lehrinstitute für Aus- und Weiterbildung wurden
beauftragt, ihr Angebot um diesen neuen Lehrgang
zu ergänzen und eine professionelle Qualifizierung
der Teilnehmer sicherzustellen.

Dafür stellten Staat und Wirtschaft Förderungsmittel
zur Verfügung, von denen Absolventen allgemein-
bildender Schulen profitierten, die nun eine neue
Berufsausbildung durchlaufen konnten, sowie all die-
jenigen, die aus den Design-Fachbereichen und aus
anderen kreativ-werblichen Berufen stammten und
sich für eine Umschulung zum Webdesigner entschieden.

Ab 1998 gab es die ersten offiziellen Webdesigner,
die nach ihrer Ausbildung schnell von der Wirtschaft
vereinnahmt wurden. Insbesondere die auf qualifi-
zierte Kräfte angewiesene Werbebranche versuchte
alles, um die fähigsten Kreativen für sich zu ge-
winnen. Die Rekrutierer versprachen sogar feste
Anstellungen bzw. freiberufliche Engagements für
alle, die die Qualifizierung erst noch vor sich hatten.

Viele Webdesigner arbeiteten nun in Teams an Web-
Projekten der Werbeabteilungen großer Unternehmen,
Werbeagenturen, Medien- und Marketingfirmen.

Aufgrund der immer stärkeren Nachfrage empfanden
es einige Webdesigner lukrativer, selbst auf Kundenfang
zu gehen. Wo die Termin- und Leistungs-Anforderungen
die persönlichen Möglichkeiten zu übersteigen drohten,
schlossen sich die Webdesigner zusammen und gründeten
oft mit Unterstützung von Staat und Wirtschaftsverbänden
ihre eigenen Firmen für webbasierte Dienstleistungen.

Die Produktionsstätten von selbständigen Webdesigner-
Teams waren und sind häufig bislang ungenutzte Wohn-
und Abstellräume wie Dachböden, Keller oder Garagen,
weswegen diese auch "Garagenfirmen" genannt werden.

Doch diese Bezeichnung paßt nicht in das Weltbild
einer auf trendy-lifestyle ausgerichteten und sich
kosmopolitisch gebenden Werbebranche, denn die
massenhafte Nutzbarmachung des Internet bringt
nicht nur neue Berufsfelder hervor, sondern auch
einen neuen Zeitgeist.

Darum heißen diese neugegründeten Firmen jetzt
"Start-ups" und deren Unternehmer "Entrepreneurs".

Der neue Geist gründet sich auf die organisierte
Zusammenfassung und Förderung des Web-Wissens
und auf die Erkenntnis der Webkunden, dass das
Internet nicht nur eine andere Form der Selbst-
darstellung ermöglicht, sondern auch kommerziell
genutzt werden kann.

Dies gewinnt im Zuge des Wettbewerbs um Kunden
und Marktanteile immer größere Bedeutung und so
erhöht sich die Erwartungshaltung an die Website.
Effizienz wird jetzt zum Hauptkriterium einer
Internet-Päsenz bei den Entscheidungsträgern der
Wirtschaft.

Strategien zum Online-Marketing und zur Verein-
fachung von Betriebsstrukturen sind gefragt.
Hierarchien sollen abgeflacht und Produktions-
und Vertriebswege verkürzt werden. Die Devise
lautet: "Das Internet muß Geld einbringen!"

Die Informationstechnologie (IT) ist das
Instrument hierzu und die Grundlage für den
elektronischen Handel, der als "e-Commerce"
oder "e-Business" eine verheißungsvolle
Zukunft verspricht.

So kommen zu den Teams der "Start-ups" je nach
Auftragslage, Größe und Geschäftsziel neben
Webdesigner auch Webprogrammierer, Webmaster,
Webadministratoren, Werbefachleute, Fach-
informatiker, System- und Anwendungsentwickler,
Netzwerkadministratoren und EDV-Ingenieure, um
Lösungen zu erarbeiten für die neu zu gestaltende
Wirtschaft, die einen zeitgeistigen Namen bekommt:

"New Economy".

Im Gegensatz zur sogenannten "Old Economy"
versteht sich die "New Economy" als Wirtschaft
der digitalen Dienstleistungen. Alles wird in
Bites und Bytes zerlegt und als Information
verwaltet, verarbeitet und vermarktet.

Geschäftsgegenstand sind die Erarbeitung von
Konzepten und deren informationstechnologische
Umsetzung zur Schaffung virtueller Lebens,-
Arbeits- und Erlebnisräume, die die physischen
Grenzen der Kommunikation und des Handels
überwinden sollen.

Die "New Economy" lebt von der Vision des
gläsernen Menschen, mit dessen Hilfe sich
Wirtschaftsinteressen leichter durchsetzen lassen.

Dazu muß der NeueMedien-Bürger zum Hinterlassen
von Datenspuren gebracht werden, die datentechnisch
genau erfasst, durch Netzwerktechnik miteinander
verknüpft und marketing-strategisch zu Profilen
angelegt und ausgewertet werden können.
Dadurch wird der Konsument durchschaubarer,
berechenbarer und in seinem Verhalten steuerbar.

Auf diese Weise wird es möglich -so das Versprechen
der "New Economy"- alte verlorengegangene Markt-
anteile zurückzuholen und neue dazuzugewinnen.

Durch diese Vision wird die Hoffnung auf einen
phenomenalen Konjunkturaufschwung genährt und
Anleger dazu gebracht, große Vermögen in das
Heilsversprechen der "New Economy" zu investieren.

Banken und Versicherungen fördern Garagenfirmen und
Freiberufler-Teams und lassen Firmenzusammenschlüsse
und Start-ups entstehen, die wegen großen Finanzbedarfs
von fremden Geldern leben müssen und sich daher als
Aktiengesellschaften an der Börse präsentieren.

Getragen vom Glauben an eine verheißungsvolle
Zukunft in Wohlstand, werden Aktien ohne Ende
gezeichnet und treiben den virtuellen Wert der
neuen Unternehmen in schwindelerregende Höhen.

Das läßt noch sehr viel mehr "New Economy"-
Firmen aus dem Boden schiessen und schürt die
Euphorie von Wirtschaft und Anbietern digitaler
Dienstleistungen aus der Welt der Neuen Medien.

Im Jahr 2000 hat sich die allgemeine Multimedia-,
Webdesign- und IT-Begeisterung so hochgeschaukelt,
dass der Bedarf an qualifizierten Fachkräften immer
größer wurde.

Viele Medien im Dienste der Wirtschaft trugen
durch die Verkündigung sensationellen Konjunktur-
Wachstums zur Popularisierung aller beruflichen und
unternehmerischen Aktivitäten rund ums Geschäft mit
den Neuen Medien bei.

Die "New Economy" lockte mit monetären Anreizen,
um den New-Media-Boom bedienen zu können.

Von Traumgehältern, Aufstiegschanchen, eigenen
Firmenwagen edelster Marken, Aktienbeteiligung
an der Arbeitgeberfirma bis hin zur Option auf
das Sich-Selbständigmachen mit eigener Firma,
die nach kurzer Zeit an die Börse geht und sich
zu einem Millionen-Imperium ausbaut, reichten die
vollmundigen Versprechungen der "New Economy".

Goldgräberstimmung machte sich breit und so wurde
angeworben und rekrutiert, was zwei Beine hatte und
an eine selbstbestimmte Erfolgskarriere glaubte.
In Wild-West-Manier wurden sogar Kopfgeldjäger
-die sogenannten Headhunter- engagiert, um IT-
Spezialisten und Manager mit einem Jahresgehalt
ab 100.000 DM abzuwerben.

Davon angestachelt, schiessen seitdem Angebote
zur Aus- und Weiterbildung, sowie Maßnahmen zur
Qualifikation im Umgang mit elektronischen Medien
wie Pilze aus dem Boden.

Das multimediale Qualifizierungs-Diplom galt
und gilt bisweilen heute noch als Basis für einen
sicheren beruflichen Ein- und Aufstieg.

Wie Sie bisher an dieser Entwicklungsgeschichte
vom Beginn des elektronischen Publizierens bis
zum "New Economy"-Boom gelesen haben, ist
der Beruf des Webdesigner nur einer unter vielen,
die der neue Markt braucht.

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